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Die Asociación Nuevo Amanecerversucht im Einzugsgebiet von La Venta die prekäre Situation vieler armer Familien zu verbessern. Mittels einem integralen Ausbildungskonzept, bestehend aus: Schulbildung, Berufsbildung und Einbezug von moralischen und christlichen Grundwerten, wird den Teilnehmern eine solide Basis für ihr späteres Leben mitgegeben.
Leider ist das schulische Niveau in den meisten öffentlichen Schulen schlecht. Honduras belegt statistisch gesehen die letzten Plätze auf lateinamerikanischem Niveau. Die gemachten Erfahrungen zeigen, dass die Mehrheit der Teilnehmer bei Nuevo Amanecer kurzfristig beachtliche Verbesserungen im schulischen Bereich verzeichnen können. Dies hat dazu beigetragen, dass ANA La Venta  heute bei der Bevölkerung den Ruf hat, die beste Schule in der Gegend zu sein.

 

Einkommen und Ausbildung

Die Relation Einkommen und Ausbildung einer Person steht in engem Zusammenhang. Wie wir aus der Grafik entnehmen können, verdoppelt sich das durchschnittliche Einkommen mit jeder zusätzlichen Ausbildungsstufe.

 

 

 

Diese Tatsache ist mitunter ein wichtiger Faktor, warum in der Regel arme Menschen nur schwer aus dem Teufelskreis der Armut ausbrechen können. Ohne Schul- und Berufsbildung findet man sehr schwer eine Arbeit. Wir glauben deshalb, dass die integrale Ausbildung von Jugendlichen aus armen Familien der wirksamste Weg ist, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

 

Schulbildung in Honduras

Im Bildungswesen hinkt Honduras trotz beachtlicher Fortschritte in den letzten 25 Jahren immer noch hinterher, was Bildungsqualität, Einschulungsquoten, Infrastruktur und Lehrmittel angeht. Trotz der auf 9 Jahre verlängerten Schulpflicht ist die Schulbesuchsquote gering. Der Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule scheint besonders schwierig zu sein: 95% der Kinder werden für die Primarschule eingeschult, für die Sekundarstufe lediglich 35%. Zudem ist der Prozentsatz der Schüler, die eine Klasse wiederholen, in den staatlichen Sekundarschulen mit 10 % alarmierend hoch.**

In den meisten größeren Dörfern ist eine staatliche Grundschule vorhanden. Eine weiterführende Schule ist häufig räumlich einfach zu weit entfernt bzw. die weitere Schulbildung wird von den Eltern nicht unterstützt.

Zu den weiteren Gründen für die niedrige Schulbesuchsquote sowie häufiges unentschuldigtes Fehlen zählen u. a. Unterernährung, fehlende familiäre Förderung sowie Kinderarbeit. Kinderarbeit ist in Honduras weit verbreitet, nach Angaben der Weltbank stehen mehr als 400.000 Kinder und Jugendliche in Arbeit. **

Selbst, wenn Kinder die Schule regelmäßig besuchen, ist das Bildungsniveau leider sehr niedrig. Rechnen, Lesen und Schreiben können viele Schüler selbst nach Abschluss der 6. Klasse nicht sicher. Häufig liegt dies auch an mangelhaft ausgebildeten und unmotivierten Lehrern des öffentlichen Schulsystems. Das soziale Verantwortungsbewusstsein der Lehrer ist im Allgemeinen leider nicht sonderlich ausgeprägt. Die Klassen sind zudem relativ gross und meist sehr undiszipliniert, was die Vermittlung des Wissens umso mehr behindert.

Die allgemeine Analphabetenrate des Landes liegt bei etwa 20% und damit deutlich über dem lateinamerikanischem Durchschnitt von 11%.*

Das Schulsystem in Honduras ist aufgeteilt in Grundschule 1.-6. Klasse, Colegio (7.-9. Klasse) sowie die höheren Klassen des Bachillerato (Gymnasium) oder Comercio (ab 10. Klasse). Nach Abschluss des Bachillerato können die Jugendlichen die staatlichen oder privaten Universitäten des Landes besuchen. Dies können sich in der Regel wiederum nur Kinder der Ober- oder Mittelschicht leisten. Selbst bei entsprechender Begabung ist es den Kindern aus unteren Einkommensschichten aus finanziellen Gründen nicht möglich, einem Studium nachzugehen. Sie werden häufig von den Eltern nicht gefördert, zudem können sie die Kosten für Transport, Bücher oder Unterkunft nicht aufbringen.

Der niedrige Bildungsstand in weiten Teilen der honduranischen Bevölkerung gilt als ein Haupthindernis bei der Bekämpfung der Armut. Wenn sich das Bildungsniveau und die dazu gehörende Infrastruktur nicht wesentlich verbessern, dann verfestigt dieses System die Armut weiter und verstärkt die bestehenden Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen, Reichen und Armen. Die Verbesserung des Bildungsniveaus spielt für die erfolgreiche und nachhaltige Armutsbekämpfung eine Schlüsselrolle.**

Aufgrund der sehr schlechten staatlichen Schulbildung gibt es in Honduras immer mehr private Bildungsprojekte, die Jugendlichen den Zugang zu einer Schule ermöglichen helfen und die Qualität der Ausbildung heben wollen. Leider sind diese aber in den meisten Fällen für die arme Bevölkerung wegen den hohen Schulgebühren nicht zugänglich.

* Angaben gem. Kreditanstalt für Wiederaufbau,
** EU-Länderstrategiepapier Honduras 2002-2006

 

Berufsausbildung in Honduras

Eine staatlich anerkannte Berufsausbildung ist in Honduras nicht selbstverständlich. Die meisten handwerklich tätigen Honduraner besitzen keinen entsprechenden Berufsabschluss und haben üblicherweise nur empirische Kenntnisse. Mit einer anerkannten Berufsausbildung wird es Jugendlichen wesentlich leichter fallen, einen angemessen bezahlten Arbeitsplatz zu finden bzw. sich als Selbständige besser zu etablieren. Doch nicht nur der Abschluss alleine, sondern auch die Integration in ein soziales Umfeld sowie das Lernen von Teamfähigkeit und Verantwortung, unterstützt die Jugendlichen in Ihrer persönlichen Entwicklung.

Derzeit gibt es in ganz Honduras nur etwa knapp 60 Berufsausbildungszentren, 31 davon sind im CADERH-Netzwerk zusammengeschlossen, zu dem auch ANA La Venta  gehört. Zur Aufnahme in das Netzwerk müssen die Ausbildungszentren relativ hohe Anforderungen erfüllen. Dadurch wird die Qualität der Berufsausbildung garantiert. Die Dachorganisation CADERH zertifiziert die beruflichen Abschlüsse der Lehrlinge in den Ausbildungszentren und berät die Organisationen bzgl. der stetigen Verbesserung der Ausbildungen.

Die staatlichen Ausbildungszentren befinden sich hauptsächlich in den städtischen Ballungszentren von Tegucigalpa, San Pedro Sula und Comayagua. Die ruralen Gebiete wurden dahingehend vernachlässigt. Die „CADERH-Zentren“ haben sich überwiegend in ländlichen Gebieten angesiedelt, um dies auszugleichen.

 

Der Schlüssel zum Erfolg - das Konzept der integralen Ausbildung

Bei ANA La Venta wird großer Wert auf eine integrale Ausbildung gelegt. Was heißt das? Die Mehrzahl der Teilnehmer besucht die weiterführende Schule und absolviert gleichzeitig eine Berufslehre. Eine wirklich ideale Kombination, aber leider in Honduras in dieser Form einzigartig. Somit haben die jungen Menschen die Möglichkeit, nach dem erfolgreichen Abschluss, am Wochenende oder abends an einer Hochschule zu studieren und sich gleichzeitig den Lebensunterhalt mit dem gelernten Beruf zu verdienen. Außer den akademischen und technischen Grundlagen werden den Teilnehmern Werte, basierend auf dem christlichen Glaubensgut vermittelt. ANA La Venta ist konfessionell neutral. Zur Persönlichkeitsentwicklung wird auch auf grundlegende Verhaltensweisen wie Pünktlichkeit, Sauberkeit, positives Gruppenverhalten, Zuverlässigkeit usw. großen Wert gelegt.
Die Schüler sind in einen straff geführten, disziplinierten Betrieb eingebunden. Der Unterricht beginnt um 7 Uhr und endet um 16.35. Unsere Erfahrungen zeigen; je mehr die jungen Menschen in herausfordernde Aktivitäten eingebunden sind, desto weniger Probleme gibt es. Diese Bildungsphilosophie ist leider in Honduras eine Ausnahme, da fast alle öffentlichen Schulen ihren Schülern nur halbtags Unterricht geben, und selbst das nur 80 bis 150 Tage pro Jahr. Da ist es klar, dass die Schulqualität nicht gut dasteht, und andererseits die unbetreuten Jugendlichen aus Langeweile viele Probleme verursachen.

 

 

 

 

Eine Ausbildung als Industriemechaniker verspricht den jungen Menschen ein sicheres Einkommen.

 

 

   
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